122 Pubertät – Kinder sollten schon früh Orientierung bei den Eltern finden

Kinder brauchen Orientierung

Pubertät – Kinder sollten schon früh Orientierung bei den Eltern finden

Diesmal geht es in unserer Podcastfolge um Pubertät und darum, warum es so wichtig ist, deinem Kind Orientierung zu geben. Für Kinder ist es wichtig schon früh Verbundenheit, Wertschätzung und Sicherheit, sowie bedingungslose Liebe in der Familie zu erfahren. Denn wenn sie erstmal in der Pubertät sind, dann brauchen sie Eltern, an denen sie sich orientieren können noch viel mehr! Doch was bedeutet Orientierung? Ist es nicht wichtig auch der beste Freund des Kindes zu sein? Was ist, wenn sich Kinder an ihren Freunden orientieren und nicht an ihren Eltern? Diesen Fragen gehen wir in dieser Episode auf den Grund.

Dieser Podcast erscheint wöchentlich. Wie du ihn ganz leicht auf deinem Smartphone abonnieren kannst erfährst du hier.


Shownotes:

Skript Folge 122

(Leider haben wir im Skript nicht immer alle Informationen aus dem Podcast zusammentragen können. Daher empfehlen wir dir, die gesamte Folge anzuhören. Oben findest du den Player dieser Folge ;))

Heute gehen wir auf die Aussage ein, dass Jugendliche sich nicht gleichzeitig an ihren Freunden -also anderen Jugendlichen- und ihren Eltern orientieren können.

Denn stehen Bindungen in Konkurrenz zueinander, muss sich der Jugendliche entscheiden welchen Weg er folgt.

Bei den Entscheidungen, denen ein Jugendlicher gegenübersteht, handelt es sich oft um Werte, die gelebt werden. So hat der Jugendliche in der Pubertät z.B. seine Freunde, die nach anderen Werten leben und entscheiden als die eigenen Eltern. Anhand dieser Vorstellung, dass das Kind sich dann entscheiden muss nach welchen (in diesem Moment zur Verfügung stehenden) Werten es handeln möchte, wird es begreiflich, dass Kinder in einen Zwiespalt geraten.

Wichtig wird dieses Thema für Eltern, wenn Kinder, besonders in der Pubertät, Freunde haben, die übermäßig Alkohol konsumieren, Drogen nehmen, Straftaten begehen, Schule schwänzen o.a.!

Doch was können Eltern tun, um eine starke Bindung zu ihren Kindern aufzubauen und zu erhalten?

Eines der wichtigsten Punkte ist es, in Verbindung mit seinem Kind zu treten, dem Kind in die Augen zu schauen, wenn man mit ihm spricht um ihm Wertschätzung entgegen zu bringen. Denn oft erfahren Jugendliche in ihrer Gruppe Wertschätzung, sie werden so angenommen wie sie sind und sie bekommen Aufmerksamkeit wenn sie etwas erzählen. Und das ist doch genau das, was Menschen brauchen. Sie brauchen Verbundenheit und die Interaktion mit anderen Menschen. Geht dieses in der Familie verloren, weil der Alltag durch Hektik bestimmt wird und z.B. alles nur noch nebenbei kommuniziert wird, dann werden sich die Jugendlichen mehr und mehr an ihren Freunden orientieren, weil die Bindung dort stärker ist.

Dabei widerspricht es sich nicht, dass Kinder mit ihren Eltern und ihren Freunden verbunden sind.

Denn Verbundenheit können wir mit der ganzen Welt erfahren, da gibt es keine Konkurrenz. Bei der Orientierung gibt es die Konkurrenz. Denn wenn Jugendliche als primäre Orientierungshilfe dienen, sowie die Eltern auch, dann muss sich der Jugendliche entscheiden. Viel zu oft passiert es in unserer Gesellschaft, dass die Bindung zu den Freunden die Bindung zu den Eltern ersetzt und somit die Orientierung an Gleichaltrigen wichtiger geworden ist.

Dann, wenn junge Menschen sich an anderen jungen Menschen orientieren, stehen Menschen an einer Weggabelung, die ähnlich viel oder wenig Erfahrung haben. Sie sind vielleicht alle unsicher, welchen Weg sie einschlagen sollen. Wie sollen sie sich dann orientieren, wenn keiner von ihnen eine Ahnung hat – keiner von ihnen diesen oder einen ähnlichen Weg bereits gegangen ist.

Und genau hier wird das Rollenverständnis der Eltern so wichtig.

Es gibt viele Eltern, die die besten Freunde ihres Kindes sein wollen. Und das ist das was nicht funktioniert! Denn dann gibt es eine ganz klare Konkurrenz.

Man hat die tatsächlichen besten Freunde und die Eltern, die am liebsten genau die gleiche Rolle besetzen würden.  Würde sich nicht dann der Jugendliche, besonders in der Pubertät, für seine tatsächlich besten Freunde entscheiden, weil sie ihn einfach besser verstehen können, weil sie gerade die gleichen Fragen und Interessen haben und sich genau dort befinden wo er selber gerade steht?

Die Rolle der Eltern ist es, eine Orientierung zu bieten. Denn dann, wenn wir es als Eltern schaffen eine Verbundenheit herzustellen, die dem Kind Schutz, Sicherheit, Geborgenheit und vor allem auch Orientierung gibt, dann sind wieder zwei verschiedene Rollen besetzt, die nicht mehr in Konkurrenz zueinander stehen. Jesper Juul hat den Begriff Leitwolf so schön geprägt, der hier super gut passt.

Und das ist unabhängig vom Alter, Kinder dürfen schon früh lernen, dass Eltern u.a. dafür da sind Geborgenheit, Sicherheit und Orientierung zu geben. Die besten Freunde sind dafür da die besten Freunde zu sein, mit denen sie durch dick und dünn gehen können und die das Kind auf eine andere Art verstehen als Eltern es tun.

Diesen Unterschied dürfen sich Eltern bewusst machen.

Wichtig ist auch, dass Kinder bei ihren Eltern einen Vorteil haben die Wahrheit zu sagen und sich nicht mit Lügen durchschummeln müssen, weil sie keinen anderen Ausweg sehen. Kommen Kindern mit der Wahrheit -auch wenn sie noch so unangenehm ist- zu ihren Eltern und die Eltern helfen Lösungen zu finden und geben dem Kind hier eine Orientierung, die positiv verknüpft wird, dann schafft das Vertrauen und Verbundenheit. Kinder werden dann viel eher um Hilfe bitten, wenn sie sich in einer unangenehmen Situation befinden.

Menschen orientieren sich oft in die Richtung, in der sie Wertschätzung erfahren, daher ist es auch besonders wichtig dem Kind Wertschätzung entgegen zu bringen. Viel zu oft wird an den Kindern rumgenörgelt. Sie sind nicht ordentlich genug, sie machen ihre Hausaufgaben nicht richtig oder nicht schnell genug, die Noten sind nicht gut genug ….!

Oder sie bekommen viel Druck und dürfen ganz viel nicht ausprobieren und sich nicht frei entfalten. Bekommen sie selten Verständnis, Wertschätzung und Mitgefühl, trägt das dazu bei, dass sich Kinder spätestens in der Pubertät umorientieren.

Erfahren Kinder jedoch zu Hause, dass sie so angenommen und geliebt werden wie sie sind, auch wenn sie anders sind als ihre Eltern und andere Ideen vom Leben haben, wenn  Eltern nicht versuchen das Kind auf ihren Weg zu zwängen, dann wird sich das Kind gerne an ihnen orientieren und bei ihnen nach Hilfe fragen.

Kinder brauchen je nach Alter Entscheidungsfreiheiten, sie müssen die Möglichkeit haben ihre für sie stimmigen Werte zu finden und zu leben. Auch da dürfen Eltern ihre Kinder ernst nehmen und sie unterstützen.

Eine wichtige Sache möchten wir noch mitgeben. Miriam war vor Jahren mal auf einem Vortrag  bei dem es um Kinder in der Pubertät ging. Es ging darum, wie sich das Gehirn von Jugendlichen in der Pubertät entwickelt. Eine wichtige Aussage in diesem Vortrag war, dass man nicht mehr anfangen braucht Kinder in der Pubertät zu erziehen. Weil dann ist das Gehirn in einem so starken Wandlungsprozess, dass Erziehungsmaßnahmen einfach nicht mehr greifen.

Daher dürfen Eltern sich nochmal in Erinnerung rufen, was ihre Rolle ist. Es geht nicht darum mit vielen Erziehungsmaßnahmen das eigene Kind in eine Form zu drücken. Sondern es geht darum in Verbundenheit zu treten, für das Kind da zu sein, zuzuhören, nicht zu verurteilen, sich auf Augenhöhe zu begegnen und das Kind bedingungslos dafür zu lieben wer es ist. Und dann als Vorbild voran zu gehen und Unterstützung und Hilfestellung zu bieten wenn sie gebraucht wird und dann ohne zu Werten aus der Weisheit zu schöpfen und eine Lösung zu finden. Vielleicht auch mal sagen zu können, dass man nicht weiß was zu tun ist, um dann gemeinsam einen Weg zu finden.

Eltern dürfen früh genug anfangen die Intention zu haben, ihr Kind in ein Leben als Erwachsener zu begleiten in dem das Kind lernt eigene Entscheidungen zu treffen. Und genau das ist ein Prozess, weil wir von Kindern nicht erwarten können, dass sie es in der Pubertät können, wenn wir sie nicht als Vorbild und dadurch, dass sie Erfahrungen sammeln konnten, dahin begleitet haben.


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