Emotionale überforderung beim Kleinkind
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Kinder trösten - Wie kann ich meinem Kind helfen?

Kinder trösten ist manchmal nicht so einfach und dann sprudeln schnell Sätze wie: „Es ist doch nicht so schlimm“ aus dem Mund der Eltern. Miriam ist genau das aufgefallen, als ihr kleiner Mick sich gestoßen hat. Und sie hat für sich festgestellt, was für ein Murks dieser Satz doch ist. Warum es besser ist diesen Satz nicht zu sagen und was es für Alternativen gibt erfährst du in dieser Podcast-Episode von uns. 


Blogartikel zum Podcast (Im Blogartikel findest du nicht alle Informationen aus der Podcast-Episode. Daher hör doch gerne auch in den Audiobeitrag rein)

Manchmal fällt Miriam einfach im Alltag ein, was sie für einen Murks mit ihrem Sohn Mick macht. Und darum geht es auch in diesem Blogartikel für euch. 

Kinder trösten - Eltern reagieren in alten MusternEs geht mal wieder um Sprache und um alte Muster, die durchkommen und mit denen man wie automatisch einfach reagiert. 

Denn richtig mit Kindern oder dem Baby sprechen und richtig kommunizieren fängt sehr früh an ;)! Muster aus der Kindheit oder die man durch Beobachtung aufgeschnappt hat sorgen manchmal dafür, dass man z.B. Kinder trösten will und Worte benutzt, die bei genauer Betrachtung einfach überhaupt keinen Sinn machen und langfristig auch nicht helfen. 

Vielleicht kennst du das auch, dein Kind ist hingefallen und du sagst zu ihm: „Komm mal her, das ist doch nicht so schlimm“. 

Viele Eltern benutzen diese Worte, wenn sie ihre Kinder trösten wollen. 

Miriam meint diesen Satz natürlich total liebevoll und will, wie andere Mütter auch, ihrem Sohn nur helfen, damit er sich wieder regulieren kann und das aus reiner Mutterliebe. Doch woher wollen wir wissen, ob es für das Kind nicht doch schlimm ist? Geben wir nicht vielmehr von außen vor, was schlimm ist und was nicht? 

Kinder trösten - Gefühle ernst nehmenWir zweifeln damit an, dass die Gefühle des Kindes richtig sind, wenn wir diesen Satz benutzen und damit Kinder trösten wollen.

Vielleicht findet der eine oder andere das jetzt kleinkariert und dass es einfach nur Worte sind. Doch da es bei uns in der Arbeit viel darum geht, wie Strukturen entstehen, gucken wir darauf, was das Unterbewusstsein daraus machen könnte. Fangen Kinder an auf unbewusster Ebene Sprache besser zu verstehen, dann geben wir ihnen mit diesem Satz mit, dass das, was sie empfinden nicht richtig ist. Und das ist doch ganz bestimmt nicht das, was Eltern wollen. Dabei geht es uns nicht nur um körperliche Schmerzen. 

Kinder trösten wir auch häufig mit diesen Worten, wenn sie sich z.B. mit einem Freund oder einer Freundin streiten. 

Aus erwachsenen Sicht ist das vielleicht wirklich nicht so schlimm, doch Kinder empfinden solche Situationen evtl. ganz anders. 

Kinder trösten - Wie kann man Kinder tröstenWie kann man Kinder trösten und ihnen helfen sich zu regulieren, wenn dieser Satz einfach der totale Murks ist? 

Muss man überhaupt etwas dazu sagen? Und was kann man tun ohne so viel Aufmerksamkeit auf die Situation zu geben? 

Beobachtet man Kinder kurz nachdem sie sich gestoßen haben, dann finden sie häufig von selbst eine Strategie sich zu regulieren. 

Manchmal kommen sie von alleine zur Mutter und wollen getröstet werden. Manchmal entdecken sie eine Sekunde später bereits etwas interessantes in der Nähe und hören sofort auf zu weinen. Will man Kinder trösten bzw. bei der Regulation helfen, dann ist es gut, sie erst einmal einen kleinen kurzen Moment zu beobachten. Dann kann man ihnen oft ziemlich gut ansehen, was sie brauchen. Und man gibt ihnen so die Möglichkeit sich selber zu regulieren. Dieser Moment ist nicht 5 oder 10 Minuten lang. Er ist wirklich nur ganz kurz und sagt doch soviel darüber aus, inwieweit Kinder schon in der Lage sind Lösungen zu finden. 

Kinder trösten - Wenn wir Kinder zu schnell trösten nehmen wir ihnen MöglichkeitenGreifen wir zu schnell ein, wenn wir Kinder trösten, dann nehmen wir ihnen die Möglichkeit selbst eine Lösung zu finden. 

Doch das ist doch das, was sie lernen sollen, sich selbst zu regulieren und Lösungen zu finden. Nimmt man ihnen das immer und vor allem sofort ab und gibt von außen vor, ob etwas schlimm ist oder nicht, dann kann daraus eine Struktur entstehen. Eine Struktur nicht mehr auf sich und sein Gefühl zu hören. So kann es sein, dass dadurch Entscheidungen und die Beurteilung einer Situation von außen abhängig gemacht werden. 

Wir dürfen also wenn wir Kinder trösten darauf achten, dass wir ihnen den kurzen Moment geben selbst zu entscheiden.

Zu entscheiden, ob sie gerade eine wichtige Bezugsperson brauchen, eine Ablenkung suchen oder auch kurz weinen möchten, damit es ihnen wieder besser geht. Natürlich dürfen wir Kinder trösten. 

Es geht nicht darum sie schreien zu lassen. Sondern nur um diese 1 bis 3 Sekunden, die den Kindern den Freiraum geben es auf ihre Weise zu versuchen. 

Und betrachten wir die Mütter, wenn sie sagen „komm mal her, das ist doch nicht so schlimm“ dann fühlen sie häufig selber den Schmerz und den Schreck wenn sich das Kind gestoßen hat. Manchmal sogar mehr als das Kind. 

Kinder trösten - Kinder lernen durch RückkoppelungKinder lernen durch Rückkoppelung. Sie leiten also ihre Reaktion von der Reaktion einer Bezugsperson ab.

Also nütze es nicht viel, wenn wir Kinder trösten möchten, indem wir ihnen sagen, dass alles nicht so schlimm ist. Denn wenn wir selber erschrocken sind und den Schmerz fühlen überträgt sich das auf unser Kind. 

Viel wichtiger ist es entspannt zu bleiben wenn wir Kinder trösten wollen ;)!

Es muss auch gar keine Patentlösung für solche Situationen geben. Ideen ausprobieren, in sich hinein fühlen und zu gucken ob man so seine Ziele erreichen kann ist viel wichtiger. Denn so lernen Kinder gleich, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt mit Situationen umzugehen, die sich nicht so gut anfühlen. 

Also, merkst du, dass du einen ähnlichen Satz zu deinem Kind sagst, dann sei kreativ und überleg für dich, wie man Kinder trösten kann.  


 

Emotionale Überforderung bei Kleinkinder

Verstehen. Vorbeugen. Beschützen.
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