Die 6 Entwicklungsschritte, die ein Kind meistern muss, sodass es nachhaltig glücklich und erfolgreich mit einem tiefen Urvertrauen sein Leben lebt.
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Homeschooling - Wie unterrichten Homeschooling Mamas ihre Kinder?

Homeschooling in der Corona-Krise?

Deine Kinder sind zu Hause, müssen ihren Unterrichtsstoff selbst erarbeiten und sind dadurch auf deine Hilfe angewiesen. Fühlst du dich auch überfordert mit der Situation deine Kinder zu Hause zu unterrichten und dich interessiert, wie Homeschooling-Mamas ihre Kinder unterrichten? Dann haben wir hier ein interessantes Interview von einer Mutter für dich, die ihre Kinder von Anfang an zu Hause unterrichtet hat.

Wie sieht euer Tagesablauf aus?Homeschooling - Jeder steht auf wenn er ausgeschlafen hat

Jeder steht auf, wenn er/sie ausgeschlafen ist. Die beiden älteren Kinder üben dann zwanzig Minuten lang handschriftliches Schreiben (das ist unserer bisherigen Erfahrung nach das Einzige, was nicht „von allein“ kommt).
Dann gibt es Frühstück und anschließend können die Kinder alle vorhandenen Medien nutzen, v.a. Computer und Tablets.
Mittags helfen sie bei der Vorbereitung des Mittagessens, wenn sie möchten. Anschließend wird gemeinsam gegessen.
Nachmittags (und am Wochenende ganztags) ist bildschirmfreie Zeit. Die Kinder besuchen mehrfach die Woche Sportvereine und die freiwillige Kinderfeuerwehr, einmal die Woche gehen wir ins Schwimmbad, außerdem treffen wir befreundete Familien und machen Ausflüge oder kümmern uns um den Garten.
Abends schauen wir manchmal noch eine Doku zusammen, dann geht es ins Bett.

Wie viel Lernzeit gibt es am Tag beim Homeschooling?

Im Grunde lernen die Kinder immer, deshalb können wir da keine konkreten Angaben machen. „Unterricht“ im herkömmlichen Sinne gibt es bei uns nicht.

Homeschooling und Lehrpläne?Folgt ihr einem Lernplan oder wie entscheidet ihr/ die Kinder, was gelernt wird?

Wir haben den hiesigen Lehrplan im Blick und wissen auch durch die Freunde der Kinder, wo in etwa sie jetzt stünden, würden sie zur Schule gehen. Aktuell sind unsere Kinder in allen Fächern weiter als sie in der Schule wären. Merken wir, dass ein Bereich unterrepräsentiert ist, justieren wir nach. Bisher war das lediglich bei der Handschrift der Fall.

Wie geht ihr damit um, wenn die Kinder nicht lernen wollen?

Das kam bisher nicht vor, allerdings machen wir ja auch keine Vorgaben. Die Kinder lernen aus eigenem Antrieb, wir stellen Materialien und die erforderliche Technik, sowie eine passende Umgebung zur Verfügung.

Machst du dir manchmal Sorgen, ob das mit dem Lernen beim Homeschooling klappt und wenn ja, wie gehst du damit um?

Nein.

Welche Tools nutzt ihr fürs Homeschooling?Tools für Homeschooling

Für das Üben der Handschrift nutzen wir Arbeitsblätter, sonst läuft vieles digital. Die Kinder haben Zugriff auf zahlreiche Apps und Filme mit Inhalten, die alle Wissensgebiete abdecken. Außerdem gibt es interessante Bücher, sowie Werk- und Bastelmaterialien.
Hat ein Kind ein gesteigertes Interesse an einem bestimmten Themengebiet, suchen wir nach weiteren Möglichkeiten, um diesem gerecht zu werden. Zum Beispiel nehmen wir Kontakt zu externen Experten auf (Leute, die ihren Beruf lieben, haben oft auch Lust, etwas von ihrer Begeisterung weiterzugeben), machen passende Ausflüge, schlagen weiteres Material vor oder planen ein Projekt mit den Kindern.

Was hast du für Tipps für Familien, die neu im Homeschooling sind?

Die Kinder sollen einen möglichst großen Spielraum haben und möglichst eigenständig entscheiden können, womit sie sich beschäftigen. Es ist heilsam, ihnen die Verantwortung für ihr eigenes Lernen zurückzugeben. Wie das konkret aussieht, ist von Familie zu Familie und dann auch von Kind zu Kind verschieden.
Grundsätzlich sollte Lernen jedoch nicht mit Zwang und Bewertung assoziiert sein. Da dies in der Schule häufig der Fall ist, brauchen Schulkinder, die zum Homeschooling wechseln, häufig eine Übergangszeit, in der sie das Lernen für sich neu und positiv bewerten können. In dieser Zeit sollten sich die Eltern mit jeglichen pädagogischen Maßnahmen zurückhalten, damit die Kinder das Gefühl der Selbstwirksamkeit zurückgewinnen können. Nach dieser Phase kann in der Familie geschaut werden, wie das Lernen am sinnvollsten in den Alltag integriert werden kann und welche Vorstellungen jedes Familienmitglied von einem freudvollen Familien- und Lernalltag hat. Es sollte ein gemeinsamer Konsens gefunden werden.

Welche Fehler habt ihr früher beim Homeschooling gemacht?

Wir haben eine Weile einen unbeschränkten Medienzugang ausprobiert. Das klappt bei manchen Familien gut, bei uns hat es allerdings dazu geführt, dass die Kinder nur vorm Bildschirm hingen und unser Familienalltag weniger harmonisch verlief. Mit der aktuellen Lösung sind alle zufrieden.
Es wird aber immer wieder so sein, dass man Abläufe zur Diskussion stellen muss. Durch die große Freiheit beim Homeschooling, hat man auch die Möglichkeit, verschiedene Wege auszuprobieren.

Was würdest du gerne, dass Menschen über Homeschooling/ Freilernen wissen?

Jetzt gerade aktuell: Corona-Homeschooling ist kein Homeschooling. Wir hocken normalerweise nicht den ganzen Tag zuhause, die Kinder sind sozial nicht isoliert. Sie haben Freunde und gehen ihren persönlichen Vorlieben auch außerhalb der vier Wände nach. Sie haben Kontakte zu ganz verschiedenen Personen außerhalb der Familie und werden weder überwacht, noch indoktriniert.
Außerdem: Homeschooling machen nicht nur weltfremde oder religiöse Spinner. Die Familien sind ganz unterschiedlich und haben jeweils ihre eigene Geschichte. Allen gemein ist, dass sie sich in besonderer Weise Gedanken über das Aufwachsen ihrer Kinder machen und bereit sind, Verantwortung für deren Bildung zu übernehmen.
Und schließlich: Es macht unglaublich viel Freude, die Kinder bei ihrem Lernen und Wachsen beobachten zu dürfen. Es ist ein Privileg, an ihrer Entfaltung und Entwicklung so unmittelbar teilhaben zu können. Es ist für uns sehr spannend, mit anzusehen, welche Themenbereiche sich die Kinder erschließen, welche Fähigkeiten sie aus eigenem Antrieb lernen und welche Interessen sie entwickeln. Dass das alles irgendwie „von allein“ und ohne Druck und manchmal auch ohne Einblick von außen so funktioniert, finden wir nach wie vor faszinierend.

Wie läuft es ab, wenn du dir Zeit für dich nimmst … für Erholung/ Freizeit, Arbeit, Freunde; Bist du immer ansprechbar oder gibt es Zeiten, die nur dir gehören?

Exklusive Zeit für uns Erwachsene ist im Moment Mangelware. Das liegt – neben dem Homeschooling – auch daran, dass die Kinder zum Teil noch sehr klein sind.
Wir Eltern versuchen uns gegenseitig Zeiten zu ermöglichen, in denen wir einfach nur etwas für uns machen können. Sei es Sport, ein abendliches Konzert oder Zeit für unsere Hobbies. Dass wir uns auch mal einfach nur um uns selber kümmern können, ist für uns sehr wichtig.

Homeschooling - Wie erklärt man Lerninhalte?Erklärst du den Kindern die Lerninhalte? Wie gibst du Hilfestellung? Oder erarbeiten sie sich beim Homeschooling alles alleine?

Wir erklären Dinge, wenn die Kinder uns fragen. Haben wir selber keine Antwort, informieren wir uns oder befragen jemanden, der sich besser auskennt.
Wir geben Tipps, wenn wir glauben, dass sie den Kindern weiterhelfen, halten uns aber insgesamt zurück mit klassischen „Belehrungen“.
Wenn wir den Eindruck haben, es könnte jetzt dran oder überhaupt interessant sein, stellen wir den Kindern neue Materialien vor oder weisen auf ein Themengebiet hin, das sie interessieren könnte. Manchmal treffen wir damit voll ins Schwarze, manchmal stoßen unsere Vorschläge auf kein gesteigertes Interesse, was absolut in Ordnung ist.
Wir haben in den letzten Jahren ein großes Vertrauen in den Lernwillen und die Kompetenzen unserer Kinder entwickelt.

Viele Grüße!

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